Cyril

Ich tanze Tango argentino seit dem Jahr 2000. Damals war ich im Ingenieur-Studium und habe meine ersten Tangoschritte gewagt. Die Schönheit und Emotion der Tanzpaare hatte mich fasziniert, wie ich damals zum ersten Mal auf eine Milonga gegangen war, noch bevor ich überhaupt tanzen gelernt hatte (und ich bin meinem Tanzlehrer von damals immer noch dankbar, dass er mich auf die Milonga eingeladen hatte um einfach nur zuzuschauen…)

Dann habe ich begonnen die Basis zu lernen, die Basis-Figuren um auch auf der Milonga zu tanzen. Ich war damals Leader und wollte vor allem viele Figuren tanzen. Wie ich dann mit verschiedenen Personen getanzt hatte realisierte ich, dass man gemeinsamm eine gewisse Alchimie fühlt (oder auch nicht…) und dass man je nach TanzpartnerIn mehr oder weniger Freude verspürt.

Später hatte ich dann das Gefühl, nicht mehr weiterzukommen und auch die neuen Figuren nicht mehr aufnehmen zu können. So habe ich entschieden mehr auf die Qualität der Bewegung zu schauen, weniger Figuren, mehr Finesse. Einfacher tanzen, dafür präzise und ausgefeilt. Ich habe an meinen Bewegungen gearbeitet, damit mein Körper sie natürlich und (scheinbar) ohne Kopfkontrolle ausführen kann.

Wieder etwas später – die Bewegungsqualität war inzwischen besser geworden, hatte ich erneut das Gefühl nicht mehr weiterzukommen. Und zu diesem Zeitpunkt habe ich mich dann entschieden, beide Rollen zu tanzen – also die Rolle des Followers zu lernen. Ich glaubte, dass mir dies nicht allzu schwer fallen würde… Doch es stellte sich heraus, dass es nicht so war…! Die tanztechnischen Grundlagen waren zwar identisch, aber als Follower muss man sich viel mehr auf sein Empfinden verlassen. Und geschehen lassen können – ohne dass der Kopf analysiert und mitdenkt. Einfach den Körper spüren und tanzen lassen. Und wie dies angekommen war, konnte ich das Mehr-Fühlen und Weniger-Denken auch als Leader umsetzen. Mehr Gefühl, mehr Connection, mehr empfindende Präsenz.

Seit 2017 besuchte ich bei Sonja regelmässig Privatstunden. 2023 kam sie mit der Frage auf mich zu, ob ich mit ihr unterrichten möchte. Begeistert hab ich angenommen und freue mich sehr, mit ihr und mich euch diesen wunderschönen Tanz zu verfeinern. Und, falls ihr noch nicht wirklich Tango begeistert seid, kommt einfach an eine Milonga vorbeischauen… die Stimmung spüren, die Tiefe der Begegnung im Tanz und die ausdrucksstarken Gesichter….